Archiv der Kategorie: Grüner Tee

Teamania in Japan – Shincha Ernte bei Obubu

Nach langer Zeit bin ich nun dazu gekommen einen weiteren Bericht unserer Tee-Reise in Japan zu schreiben. Nach einem kurzen Besuch bei unseren Freunden von Obubu in Wazuka entschieden wir uns dem Tee Ernte Event von Obubu zwei Tage später beizuwohnen. Wazuka liegt in der Nähe von Uji, der Wiege des Japanischen Tees, und ist eingebetet von malerischen, mit Teefeldern bewachsenen Hügeln. Zu verdanken haben wir diesen Umstand dem Bürgermeister welcher aus Wazuka eine Art Teetopia machen will. Ich bin mir sicher, dass dies mit Hilfe von Obubu auch gelingt!

Wazuka Teefelder
Wazuka – Das Teetopia

Zum Team von Obubu haben wir eine besondere Beziehung den sie waren unsere ersten Lieferanten von hochwertigen, japanischen Tees. Ausserdem standen sie uns immer mit Rat und Tat zur Seite. Deshalb waren wir besonders erfreut nun das ganze Team persönlich zu treffen.

Obubu Tea Farms
Das Obubu Hauptquartier

Die Bedingungen am Tag X waren ideal. Kein Tau auf den Teeblättern und sonniges Wetter. Da wir früh dran waren hatten wir die Gelegenheit auch das restliche Team von Obubu, dazu gehören auch zahlreiche Praktikanten aus verschiedenen Ländern, kennen zu lernen. Jasmin, unsere Tochter, hat insbesondere an Chase aus den USA einen Narren gefressen. Später hat sie dann fleissig fotografiert und auch tatkräftig bei der Ernte und der späteren Verarbeitung der Teeblätter geholfen.

Traditionelle, japanische Kleidung
Der erste Tee vom Jahr wird oft in traditioneller Kleidung geerntet

Jasmin pflückt Teeblätter
Auch Jasmin weiss schon wie es geht

Es werden immer zwei oder drei neu gewachsenen Teeblätter plus eine Knospe geerntet. Die Teepflücker erfühlen mit den Fingern 
intuitiv die Sollbruchstelle der Stängel. Dadurch werden die Teeblätter weniger beschädigt verglichen zu maschinellem Ernten. Beschädigte Teeblätter fangen an der verletzten Stelle an zu oxidieren. Dies macht sich später im Geschmack bemerkbar.

Frisch geernteter Shincha
Die Ausbeute ist jedoch bescheiden

Frisch geernteter Tee
Dies sind Yabukita Teeblätter

Insgesamt wurden 4.2 Kilogramm Teeblätter geerntet. Diese werden sogleich erhitzt um die Oxidation zu unterbinden. Schliesslich wollen wir heute grünen Tee und nicht schwarzen Tee herstellen.

Ernte eines Tages
Die Ausbeute eines Tages
Yasuharu Matsumoto "Matsu"
Matsu erklärt die einzelnen Verarbeitungsschritte
Teeblätter werden geröstet
Im Wok werden die Teeblätter geröstet

Die Teeblätter werden im Wok erhitzt. Dies ist die Methode wie sie in China und in Teilen von Japan angewendet wird. Der so produzierte Tee wird Kamairicha genannt. Normalerweise wird Tee in Japan gedämpft und nicht geröstet aber für Demonstrationszwecke ist die Kamairi Methode besser geeignet.

Teeblätter werden geknetet
Die Teeblätter werden geknetet

Um die Feuchtigkeit aus den Teeblättern zu bekommen und um die Zellwände aufzubrechen werden die Teeblätter nach dem Rösten geknetet. Auf das Rollen zu Nadeln wird aus zeitlichen Gründen verzichtet. Eigentlich schade den Akky hat zusammen mit dem Obubu Team den zweiten Platz beim Uji Tee Roll Wettbewerb erreicht und darf getrost als Meister seines Faches bezeichnet werden.

Teeblätter
Nach dem Rollen müssen die einzelnen Teeblätter getrennt werden
Frischer Tee wird geröstet
Nach dem Rösten ist vor dem Rösten
Jasmin knetet Teeblätter
Wieder wird geknetet…
Jasmin röstet Teeblätter
und geröstet
Frisch verarbeiteter Tee
Bis der Tee fertig ist (hier in Form von 茶 für Tee)
Frisch produzierter Shincha
Der fertige Tee

Ein kleines Säckchen Tee für jeden Teilnehmer zum mitnehmen. Der frisch hergestellte Shincha wurde beim anschliessendem Bento Lunch verkostigt. Den Tee zeichnet ein sehr blumiges Aroma aus welches wohl der Frische geschuldet ist. Dieses Aroma wandelt sich dann, mit zunehmender Lagerung, Richtung Umami.

Bento Lunch
Bento Lunch

Zwischen den einzelnen Verarbeitungsschritten blieb auch immer ein wenig Zeit um sich in der Matcha Herstellung und Zubereitung weiter zu bilden. Tencha wird oben in die Steinmühle eingefüllt und durch stetiges drehen fein gemahlen. Anschliessend wird der frisch gemahlene Matcha aufgeschlagen.

Matcha Steinmühle
Tencha wird zu Matcha gemahlen

Matcha Mühle
Matcha rieselt unten raus

Der Tee Ernte Event von Obubu war eine tolle Erfahrung welche wir jedem Tee-begeistertem empfehlen können. Auch Wazuka selbst empfiehlt sich für einen Tagesausflug oder gar für einen längeren Aufhalt. 

Eine Auswahl von Obubu Tees in unserem Shop.

Teamania in Japan – Das Teeanbaugebiet Honyama

Konnichiwa liebe Teefreunde

Wir freuen uns unseren ersten Fotobericht über Japan zu veröffentlichen. Nach dem Aufenthalt im hektischen Grossstadt-Dschungel Tokyos waren wir froh wieder Landluft zu schnuppern. Nach einem kurzen Aufenthalt in einem Ryokan zog es uns nach Shizuoka, einem der Hauptanbaugebieten für Tee in Japan. In Shizuoka besuchten wir einen innovativen Teeproduzenten den wir durch einen Freund kennengelernt haben. Dazu vielleicht in einem späteren Post mehr.

Uns interessierten jedoch mehr Tees mit Charakter. Solche von kleinen Teefarmen welche von Familien betrieben werden und mit ihrer Einzigartigkeit bestechen. In Honyama wurden wir schliesslich fündig. Hier, wo der Abe Fluss entspringt gedeihen die Teebüsche in engen, von tiefen Wäldern umgebenen Tälern. Das Wasser der Bergbäche ist so klar, dass hier sogar Wasabi angebaut werden kann. Diese speziellen Konditionen sorgen für ein besonderes Mikroklima. Vom Abe und seinen zahlreichen Zuflüssen und manchmal sogar vom Fuji her ziehen Nebelschwaden durch die Teefelder von Honyama. Dadurch werden die Teeblätter auf natürliche Weise beschattet und dies sorgt unter anderem dafür, dass Tees aus Honyama zu den besten Tees Japans gezählt werden kann.

Honyama Teegarten

So steil, dass es eine Zahnradbahn braucht

Mit Ventilatoren gegen Frost

Honyama Teefeld

Jede freie Ecke wird genutzt

Honyama Teefelde mit Abe Fluss im Hintergrund

Honyama Teefelder mit dem Abe Fluss im Hintergrund

Haus des Teemeisters

So idyllisch wohnt der Teemeister

Shincha

Shincha Teeblätter

Teefeld in Honyama

Neuer Tee – Shincha

Yabukita Teepflanze

Yabukita Teefeld

Shincha

Shincha Teeblätter

Der Tee wird an unterschiedlichen Hängen angebaut

Umgeben von Wäldern

Honyama Teefeld

Eine Zahnradlinie endet hier

Honyama Teefeld

Die ander führt weiter

Honyama Teefeld

Es ist noch weit bis ganz Oben

Honyama Teefeld

Tee im Wald

Honyamas Teefelder

Honyama Teefelder

Honyama Teefeld

Ein spät spriessender Tee Kultivar – eventuell Okuhikari

Honyama Teefeld

Von Natur umgeben

Honyama Teeanbau

Der Teemeister erklärt den Teeanbau

Aufstieg zu den Teegärten von Honyama

weiter geht es mit dem Aufstieg

Honyama Teefelder sind umgeben von Wäldern

Umgeben von Wäldern

Teefelder

Das alles wird allein vom Teemeister und seiner Frau bewirtschaftet. Und das ohne Einsatz von Erntemaschinen.

Honyama Tee

Die Teefelder befinden sich auf verschiedenen Hängen

Honyama Tee

Links sind Frostschäden zu sehen

Honyama Teefeld mit Ventilatoren

Ventilatoren die eigentlich Frostschäden vermeiden sollen

Honyama Teefeld mit Hütte

Pause auf halben Weg

Honyama Teefeld mit Wald

Noch mehr Wälder

Honyama Teefeld mit Zahnradbahn

Die Zahnradbahn schlängelt sich entlang dem Teefeld in Honyama

Honyama Teefeld

Postkarten Idylle

Honyama Tee aus der Nähe betrachtet

Ich schaue mir die Sache mal aus der Nähe an

Honyama Tal

Alles OK

Der Teemeister will auch auf ein Foto

Die Zahnradbahn im Detail

sie führt durch den Wald an den Wasabi Gärten vorbei

Honyama Wasabi

Nebenbei Pflanzt der Teemeister auch Wasabi

Honyama Wasabi

Wasabi wächst nur in ganz klarem Bergwasser

Honyama Wasabi

Wasabi

Lang – länger – Temomi

Temomicha in Kyushu

Und ab in die Kyushu

Temomicha in Kyushu

Schicke Untersetzer

Temomicha Aufguss

Old school mit Thermometer

Temomicha Aufguss

Temomicha Aufguss

Temomicha Aufguss

Klar in der Tasse – Temomicha

Temomi Teeblatt

Temomi (handgerolltes) Teeblatt

Kabuse Sencha vom Vorjahr

Koridashi Kabuse Sencha

Mit Eis Aufgegossen – Koridashi

Wakoucha aus Honyama

Auch Schwarztee gibt es hier – Wakoucha

Schwarzer Tee aus Honyama

Wakoucha aus Honyama – natürlich ebenfalls in Shincha Qualität

All diese Shincha Tees sind bereits eingetroffen und lieferbar.

Sencha – Japans Grüntee

Sencha aus 2. Ernte

Sencha aus 2. Ernte

Sencha (??) ist Japans meistgetrunkene und auch die am meisten hergestellte Tee Sorte. Dieser Grüntee verdankt seine Popularität dem erfrischendem Geschmack und den zahlreichen Variationen. Je nach Erntezeitpunkt kann ein Sencha entweder süss oder eher herb schmecken. Verwendet wird meistens die herausragende Varietät Yabukita welche etwa 77% aller angebauten Teevarietäten ausmacht. Je nach Terrvoir kommen für Sencha aber auch völlig andere Varietäten wie Yutakamidori oder Asatsuyu zum Einsatz.

Varianten von Sencha

Sencha lässt sich in viele verschiedene Kategorien einteilen. Hauptsächlich aber wird nach Erntezeitpunk, Qualität und Dampfzeit unterschieden. Ein sehr früh geernteter Sencha z.B. ist meistens von höherer Qualität da die Blätter feiner sind.

  • Asamushi (???) , Sencha der nur leicht gedämpft wurde (ca. 30s).
  • Chumushi (???), Sencha mit mittlerer Dämpfung (30-90s). Dies ist die Standard Dämpfzeit.
  • Fukamushi (???), tief bedämpfter Sencha (1-2 min). Wird oft als Fukamushicha vermarktet.
  • Jo Sencha (???), feiner Sencha.
  • Toku Jo Sencha, (????) , extra feiner Sencha.
  • Hachijuhachiya Sencha (????), Tee der 88 Tage (wörtlich Nächte) nach Risshun, dem Frühlingsbeginn, geerntet wurde.
  • Als Shincha (??) wird die erste Ernte eines Sencha bezeichnet.
  • Kabusecha bzw. Kabuse Sencha (????) ist ähnlich wie Gyokuro ein beschatteter Tee. Er wird oft als eigene Tee Sorte angesehen.

Herstellung von Sencha

Sencha wird heutzutage meistens maschinell geerntet und sogleich gedämpft um die Oxidation zu stoppen. Diese Methode, auch japanische Methode genannt, sorgt dafür dass der Tee sehr frisch schmeckt. Bei der chinesischen Methode hingegen wird der Grüntee geröstet und schmeckt dadurch eher nussig. Nach der Dämpfung werden die Blätter zu Nadeln gerollt und getrocknet. Die Idee Grüntee zu Nadeln formen stamm übrigens aus Uji.

Zubereitung

Am einfachsten ist die Zubereitung von Sencha sicher in einer Kyusu Teekanne. Diese besitzen vor dem Ausguss ein feines Sieb welches Blätter und Blattteile zurückhält. Teetrinker mit geübten Fingern sind aber auch mit einem Gaiwan bestens bedient. Die Wassertemperatur sollte je nach Qualität der Blätter zwischen 60°C und 80°C liegen. Sehr feine Senchas wie Shincha oder Kabusecha sollten eher mit einer tieferen Temperatur aufgegossen werden während Standard Sencha auch mit höheren Temperaturen zubereitet werden kann. Die Ziehdauer sollte beim ersten Aufguss 1 – 2 Minuten und bei jedem Weiteren etwa 30 Sekunden betragen. Als Standard hat sich eine Menge von 5g Tee pro Kanne etabliert aber man kann natürlich auch gemäss eigener Vorliebe dosieren.

Welcher Sencha ist der beste?

Welcher Sencha schlussendlich der Beste ist muss jeder für sich entscheiden. Senchas aus Kagoshima zum Beispiel tendieren eher zu einem süssen Geschmack da dort oft spezielle Varietäten wie Saemidori oder Okumidori angebaut werden welche weiter im Norden wegen dem Frost nicht gedeihen. Ebenfalls eher süss ist Sencha aus früher Ernten sowie von beschatteten Teebüschen während Sencha aus Sommerernte eher herb und bitter schmeckt. Sencha aus Korea (Jeoncha genannt) wird wie Sencha nach der japanischen Methode hergestellt und ist eine günstige Alternative. Ein befreundeter Teebauer aus Thailand baut inzwischen auch die Yabukita an. Da sein Tee aber nicht bedämpft wird schmeckt er eher wie ein chinesischer Grüntee.

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Gyokuro – Der Schattentee

GyokuroGyokuro (??) ist einer der edelsten Grüntees Japans. Wörtlich übersetzt bedeutet Gyokuro „Jade Tautropfen“ oder auch „edler Tautropfen“ und wurde 1835 von der Firma Yamamotoyama eingeführt. Yamomoto Kahei, Besitzer dieser Firma,  reiste in diesem Jahr nach Uji um die Technik des Beschattens zu erlernen. Diese wird für Tencha, das Ausgangsprodukt für Matcha, verwendet. Die in Uji erlernte Technik führte allerdings zu einem anderen Tee – Gyokuro!

Herstellung

Sae Midori

Saemidori Teevarietät

Grundsätzlich kann Gyokuro aus jeder Teevarietät hergestellt werden. Allerdings haben sich einige Sorten Aufgrund Farbe, Geschmack und Aroma besonders bewährt. Einige besonders für Gyokuro geeignete Sorten sind unter anderem: Asahi, Asagiri, Asatsuyu, Gokou, Okumidori, Yamakai und Saemidori. Letztere empfiehlt sich insbesondere auch durch eine schöne grüne Farbe. Das japanische Wort „midori“ steht übrigens für die Farbe grün. Um Gyokuro herzustellen werden die Teebüsche etwa 20 Tage vor der Ernte mit Netzen oder mit Stroh abgedeckt. Dies führt einerseits zu einer erhöhten Produktion von Chlorophyll (Blattgrün) und andererseits wird das im Teeblatt enthaltene L-Theanin vor UV-Strahlung geschützt. Die UV-Strahlung wandelt sonst das L-Theanin, welches für die Tee Süsse und das Umami verantwortlich ist, in den Bitterstoff Catechin um. Verglichen mit Kabusecha, welcher ebenfalls beschattet wird, ist Beschattungsdauer beim Gyokuro rund zwei Wochen länger und es werden etwa 70-90% statt nur 50% des Sonnenlichtes gefiltert.

Beschattungs-Techniken

Zum Einsatz kommen in der Regel zwei unterschiedliche Beschattungstechniken (genannt Kanreisha): Tana und Jikagise.

Tana Technik

Tana

Tana Technik (Quelle: http://www.pref.kyoto.jp)

Die Tana Technik erfordert die Errichtung von Gestellen für die schwarzen Netze und ist somit sehr aufwendig. Der Vorteil der Tana Technik ist, dass man sich frei bewegen kann und die Teesträucher begutachtet werden können. Ferner ermöglicht der Abstand der Netze zu den Sträucher optimale Luftzirkulation und Staunässe an den Teeblättern kann so verhindert werden.

Honzu Technik

Honzu

Honzu Technik (Quelle: http://www.pref.kyoto.jp)

Eine Variation der Tana Technik ist die Honzu Technik welche statt schwarze Kunststoffnetze traditionelle Bambus -und Strohabdeckungen vorsieht. Das organische Material der Abdeckung soll die Böden mit Mineralstoffen anreichern und sich positiv auf den Geschmack auswirken.

Jikagise Technik

Jikagise

Jikagise Technik (Quelle: http://www.pref.kyoto.jp)

Bei der Jikagise Technik werden die Netze bzw. Bambus -oder Strohmatten direkt auf die Teesträucher gespannt. Dies ist vergleichbar mit Kabuse welche für Kabusecha verwendet wird. Diese Technik ist einfach in der Anwendung hat aber den Nachteil, dass sich Staunässe bilden kann was wiederum zu Schimmel führen könnte. Des weiteren ist eine Begutachtung der Teesträucher nicht ohne Weiteres möglich. Verarbeitet wird Gyokuro nach dem Ernten gleich wie der Sencha indem er gedämpft gerollt und dann getrocknet wird. Ein kleiner Unterschied zum Sencha ist, dass der Gyokuro nicht sofort in den Handel gebracht sondern einige Wochen gelagert wird.

Zubereitung

Kyusu

Kyusu Teekanne (Quelle: Wikipedia)

Optimal für die Gyokuro Zubereitung haben sich Kyusu oder Shiboridashi Teekannen erwiesen. Natürlich kann auch ein Gaiwan oder eine Handelsübliche Teekanne verwendet werden allerdings erschweren die feinen Teeblättern das richtige abgiessen. Die Temperatur sollte bei Gyokuro zwischen 50 – 60°C liegen um maximalen Umami Geschmack zu erreichen. Bei höheren Temperaturen werden mehr Catechine gelöst und der Tee wird bitter. Um nicht mit dem Thermometer hantieren zu müssen empfehle ich diese Faustformel: Kann der Wasserbehälter gerade noch in der Hand gehalten werden ist das Wasser etwa 60°C heiss.

Gyokuro kann wie andere grüne Teesorten etwa drei Mal aufgegossen werden wobei der zweite Aufguss am besten schmeckt. Es empfiehlt sich etwa fünf Gramm der feinen Teeblätter für eine Kanne zu nehmen. Bei einer grösseren Menge kann die Ziehzeit verkürzt und dadurch mehrere Aufgüsse gemacht werden. Bei den letzten Aufgüssen empfiehlt es sich mit der Temperatur hoch zu gehen um noch den letzten Rest heraus zu holen.

Update

Gyokuro ist neu bei uns im Shop als Shincha Gyokuro erhältlich. Die verwendete Varietät ist Gokou.

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Woojeon – Die erste Ernte eines koreanischen Grüntees

Woojeon Grüntee

Woojeon Grüntee

Koreanischer Grüntee ist der breiten Masse in Europa weitgehend unbekannt. Dabei gilt unter Teekennern insbesondere Woojeon sowie Jeoncha als günstige Alternative zu japanischem Grüntee.

Diesmal wurde ein Woojeon von der Seogwang Farm in Jeju von mir verköstigt. Woojeon bedeutet so viel wie vor dem Regen und deutet damit auf einen Erntezeitpunkt vor dem Monsoon an. Als Woojeon wird nur die allererste Ernte im Jahr bezeichnen. Ein Vergleich zu Shincha drängt sich hier geradezu auf.

Der Woojeon stellte für mich eine Überraschung in mehrfachem Sinn dar. Der Tee hat genau so geschmeckt wie ich es mir Aufgrund der Produktebeschreibung vorgestellt habe: Frisch, süss und mit ganz viel Umami. Geschmacklich kann Woojeon irgendwo zwischen chinesischem und japanischem Grüntee eingeordnet werden und auch der gelb-grüne Aufguss liegt farblich zwischen chinesischem noch japanischem Grüntee. Dies ist sicher auf die verwendete Technik zurück zu führen. Der beschattete Tee wird nach dem Ernten wie japanischer Sencha mit Dampf erhitzt aber später wie chinesischer Tee geröstet.

Teegarten auf Jeju

Teegarten auf Jeju

Am ehesten würde ich Woojeon geschmacklich mit Gyokuro oder Kabusecha und optisch mit Tamaryokucha vergleichen. Er verfügt ebenfalls über eine Tee Süsse welche an hochwertige chinesische Tees wie Bi Luo Chun oder Long Jing erinnert jedoch ohne das nussige Aroma dieser.

Aufgegossen wurde der Woojeon in meinem bewährten Gaiwan bei etwa 60°C. Ich habe diesen Tee aber auch schon mit 70°C aufgegossen allerdings geht so ein Teil des Umami verloren. Die Ziehzeit wurde zwischen einer halben und einer Minute gewählt. Erfahrungsgemäss sollten feine Teeblätter nur kurz ziehen da sie schneller durchtränkt werden. Baihao Yinzhen hingegen lasse ich dafür gerne bis zu fünf Minuten ziehen, zumindest beim ersten Aufguss.

Woojeon Aufguss

Woojeon Aufguss

Insgesamt ist dieser Woojeon eine Empfehlung wert und sollte in keiner Teesammlung fehlen. Er eignet sich Aufgrund der Ähnlichkeit zu Gyokuro insbesondere auch für Fans japanischer Grüntee. Dieser Woojeon ist seit kurzem in unserem Shop erhältlich.

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Summer Bancha Aoyanagi der Takeo Farm

Es ist wieder an der Zeit für einen Bancha. Dieses Mal wird ein biologisch angebauter Bancha der Takeo Farm aus Sommerplückung verköstigt. Was gleich auffällt ist, dass die Blätter des Summer Bancha Aoyanagi ein bisschen kleiner und dunkler sind verglichen mit dem Autumn Bancha der gleichen Farm. Da die Sonneneinstrahlung im Sommer grösser ist als im Herbst müsste eigentlich die Sommerpflückung heller sein. Ich gehe deshalb davon aus, dass für diese Sommerplückung die unteren Blätter, welche von den neuen Trieben beschattet werden, verwendet wurden.

Summer Bancha Aoyanagi

Summer Bancha Aoyanagi

Summer Bancha mit Dobin Kanne
Summer Bancha mit Dobin Kanne

Aufgegossen wurde dieser Bancha in einer Dobin Kanne. Eigentlich sind Dobin Kannen eher für grössere Tee Mengen vorgesehen aber mein Model ist vom Volumen her eher klein. Verwendet wurde ein Teelöffel voll des Bancha was ungefähr 5 gramm sind. Die Temperatur dürfte etwa 60 oder 70 Grad heiss gewesen sein. So genau weiss ich das nie und anfangen mit dem Thermometer herum zu hantieren werde ich sicher nicht auf meine alten Tage.

Aufguss des Summer Bancha

Aufguss des Summer Bancha

Der Aufguss hat nach knapp zwei Minuten eine klare, gelb-grüne Farbe. Anders als der Autumn Bancha verfügt dieser Bancha über eine erfrischende Herbe, Klarheit und Strenge aber auch das bekannte gemüsige Aroma. Der Abgang ist dezent süsslich jedoch in keiner Weise vergleichbar mit einem Sencha oder Gyokuro. Aufgrund dieser Zurückhaltung passt dieser Bancha gut zu einem Essen oder, wie gerade jetzt, zum Verfassen eines Blog Post.

 

 

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Obubu Tea – Houjicha (Dark Roast)

Meine Entdeckungsreise durch die Welt der japanischen Teesorten hat mich diesmal zu Houjicha geführt. Für diejenigen die Houjicha genauso wie für mich Neuland ist habe ich im nächsten Abschnitt einn kurzen Überblick verfasst.

Houjicha Aufguss mit Blume

Houjicha Aufguss

Houjicha von Obubu Tea

Houjicha Blätter

Houjicha ist ein gerösteter Grüntee aus Japan. Der Röstvorgang ist der Grund, dass Houjicha sowohl optisch als auch geschmacklich überhaupt nicht wie ein grüner Tee wirkt sondern eher wie ein Schwarztee oder Pu-Erh. Hergestellt wird dieser Tee in der Regel aus Bancha aber es wird zuweilen auch Sencha oder Kukicha verwendet. Da durch die Röstung Bitterstoffe sowie Koffein abgebaut werden ist der Tee sehr mild und taugt deshalb nicht als Muntermacher.

Der Houjicha (Dark Roast) von Obubu Tea ist, wie der Name schon verrät, stark geröstet. Der Duft hat etwas Holziges und erinnert mich an Tabak,  Pfeifentabak. Das weckt Erinnerungen an die Schulzeit als ich Pfeifentabak für Herrn Hafen, den Hausmeister der Schule holen durfte. Das war früher kein Problem und erstaunlicherweise haben wir es alle überlebt, irgendwie.  Aber Borkum Riff Ultra Light musste es sein und kein anderer. Dafür gab es aber auch immer ein schönes Trinkgeld.

Zurück zum Tee: Diesen habe ich mit etwa 90° heissem Wasser aufgegossen und für rund eine Minute, vielleicht auch etwas mehr, ziehen gelassen. Der Tabakduft blieb auch beim aufgegossenen Houjicha bestehen. Ausserdem gesellte sich der Geschmack von dunkler Schokolade und Kaffee dazu. Auch hier sehe ich Parallelen zu gewissen Pu-Erh Tees. Röst- oder Raucharomen halten sich dezent zurück und gewähren erdigen Tönen den Vortritt. Der Aufguss schimmert Kastanienbraun in der Tasse – eine ungewohnte Farbe für einen grünen Tee.

Tee in Gaiwan

Houjicha im Gaiwan

Wie man auf dem Foto schön sieht habe ich auch für den Houjicha meinen bewährten Gaiwan verwendet. Natürlich hätte ich auch eine Kyusu oder eine Dobin Kanne verwenden können aber da ich mich immer auf ein neues „Werkzeug“ einstellen muss und ich nur eine 10g Probe vom Houjicha habe lasse ich lieber das Experimentieren.

Der zweite Aufguss ist wesentlich heller als der erste. Dies mag daran liegen, dass ich die empfohlene Ziehzeit beim ersten Aufguss bei weitem überschritten habe.  Auch beim zweiten Aufguss überwiegen die holzigen, tabakartigen und schokoladigen Aromen. Diese sind aber insgesamt milder. Das Fehlen jeglicher Herbe oder gar Bitterkeit irritiert ein wenig obwohl gerade das einen Houjicha ausmacht.

Houjicha Blätter nach dem Aufguss

Houjicha Blätter nach dem Aufguss

Der dritte Aufguss ist ähnlich wie der zweite eher unspektakulär. Ich merke wie langsam der Saft ausgeht. Dennoch schmecke ich auch hier eine neue Nuance – die von Chai. Wenn auch nicht ganz so würzig und auch das Milchige fehlt. Obubu Tea empfiehlt aus den übrig gebliebenen Teeblättern Eistee zu machen und so den Rest heraus zu holen. Ich werde dies beim nächsten Mal versuchen und auch ein Houjicha Latte hört sich interessant an.

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Autumn Bancha der Takeo Farm

Heute durfte ich einen besonderen Tee aus Japan verkosten.  Einen biologisch angebauten Bancha aus Herbstpflückung vom Familienbetrieb Takeo aus der Mie Präfektur. Takeo produziert schon seit 1993 rein biologisch und ist seit 2000 auch nach JAS (Japanese Agricultural Standard) zertifiziert.

Japanischer Tee mit Teeschalen

Autumn Bancha

Mit japanischen Tees habe ich nicht so viel Erfahrung wie mit chinesischen und insbesondere auch Oolong.  Zubereitet habe ich deshalb den Bancha, man möge mir verzeihen, im Gaiwan. Die Wassertemperatur dürfte etwa 60, vielleicht auch 70° Grad gewesen sein und ich habe einen Teelöffel des Bancha verwendet. Wassermenge habe ich gewählt wie auch sonst immer: Wasser aufgiessen bis alle Blätter bedeckt sind.

Japanischer Tee Aufguss

Bancha Aufguss

Der erste Aufguss durfte rund 1 Minute ziehen und wurde dann in meine Celadon Tassen gegossen. Der Aufguss ist klar und intensiv grün. Bei japanischen Grüntee ist dies die Regel aber wenn man eher chinesische Grüntee gewohnt ist erstaunt dies doch ein wenig. Das Aroma ist überraschend frisch mit einer milden Süsse, klar und dezent. Unweigerlich kommen da Gedanken über den Zen Stil mit den klaren und minimalistischen Formen in den Sinn.

Teeblätter nach dem Aufguss

Die aufgegossenen Blätter

Aussergewöhnlich bei diesem Tee ist auch, dass er gänzlich frei von Herbe ist. Trotz mehrmahligem Aufgiessen und auch bei längerer Ziehzeit wurde der Tee nicht bitter. Dies dürfte sicher für diejenigen enttäuschend sein die sich einen Tee mit etwas mehr „punch“ gewünscht hätten. Im Grundton herausschmecken konnte ich ebenfalls etwas gemüsiges und, für mich etwas erstaunlich, einen Hauch von Seetang. Wer mich kennt weiss, dass ich mit Meeresfrüchten und derselben, dazu gehört für mich auch Seetang, nicht viel anfangen kann. Dennoch stört mich dieser Geschmack überhaupt nicht.  Mehr noch vervollständigt er das Bild welches ich von Japan bzw. japanischen Produkten wie diesem Tee habe.

Mein Eindruck von diesem Tee ist überaus positiv insbesondere da ich so meine Vorurteile gegenüber maschinell verarbeitetem Tee hatte. Dazu kommt, dass dieser Tee eher in einer günstigen Preisregion angesiedelt ist. Insgesamt kann ich diesen Tee mehr als nur empfehlen und er macht Lust auf weitere japanische Tees.

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Kyushu – Wo Japans grüner Tee wächst

Zufällig bin ich auf die Dokumentation „Kyushu – Wo Japans grüner Tee wächst“ auf Youtube gestossen. Die Reportage selber ist von Geo und wurde auf Arte ausgestrahlt. In der Reportage wird der Teebauer Kazuo Watanabe aus Kyushu vom Geo Team durch den Herstellungsprozess des japanischen Grüntees begleitet.

Die gesammt Aufzeichnung ist in HD-Qualität und auch inhaltlich gesehen eine sehr gelungene Reportage. Zwar sind auch hier Inhaltliche Mängel feststellbar (so wird von Fermentation statt Oxidation gesprochen) aber dennoch ist diese Reportage das Beste was ich zum Thema grüner Tee bzw. Tee überhaupt am Fernsehen gesehen habe.

Hier die Dokumentation: