Obubu Tea – Houjicha (Dark Roast)

Meine Reise durch die Welt der japanischen Tees führte mich diesmal zu Houjicha. Für diejenigen, für die Houjicha genauso neu ist wie für mich habe ich im nächsten Abschnitt einen kurzen Überblick verfasst.

Houjicha Aufguss mit Blume

Houjicha Aufguss

Houjicha von Obubu Tea

Houjicha Blätter

Houjicha ist ein gerösteter Grüntee aus Japan. Der Röstprozess ist der Grund, warum Houjicha nicht wie ein grüner Tee aussieht und schmeckt, sondern eher wie ein Pu-Erh oder vielleicht ein schwarzer Tee. Dieser Tee wird normalerweise aus Bancha hergestellt, aber manchmal wird auch Sencha oder Kukicha verwendet. Da Koffein und Catechine durch das Rösten abgebaut werden, ist der Tee sehr mild und daher nicht als Stimulans geeignet.

Houjicha (Dark Roast) von Obubu Tea ist, wie der Name schon sagt, stark geröstet. Der Duft ist holzig und erinnert leicht an Tabak. Das bringt Erinnerungen an die Schulzeit zurück, als ich vom Hausmeister der Schule, Herrn Hafen, gebeten wurde Pfeifentabak zu kaufen. Das war damals kein Problem weil es keine Altersbeschränkung gab und überraschenderweise haben wir alle das irgendwie überlebt. Es musste übrigens immer Borkum Riff Ultra Light sein und kein anderer Tabak! Es gab dafür dann auch immer ein hübsches Trinkgeld für die korrekte Lieferung.

Aber zurück zum Tee: Ich liess den Tee etwa eine Minute lang bei etwa 90°C, vielleicht wars auch ein bisschen mehr, ziehen. Der Tabakduft war nun auch im Aufguss erkennbar. Zusätzlich gesellte sich der Geschmack von dunkler Schokolade und Kaffee zum Tabakgeschmack hinzu. Auch hier sehe ich Parallelen zu bestimmten Pu-Erh-Tees. Röst und- rauchige Aromen sind nur subtil, während erdige Töne überwiegen. Der Aufguss schimmert kastanienbraun in der Tasse – eine ungewöhnliche Farbe für einen grünen Tee.

Tee in Gaiwan

Houjicha im Gaiwan

Wie man sieht, benutzte ich einen Gaiwan, um die Houjicha aufzugiessen. Natürlich wäre eine Kyusu oder eine Dobin-Kanne besser für einen Houjicha geeignet. Aber da ich mich immer auf ein neues Aufgussgefäss einstellen muss und ich nur eine 10g-Probe vom Houjicha habe, experimentiere ich lieber nicht.

Der zweite Aufguss ist viel heller als die erste. Dies kann daran liegen, dass ich die empfohlene Ziehzeit während des ersten Aufgusses überschritten habe. Auch überwiegen beim zweiten Aufguss die holzigen, tabakartigen und schokoladigen Aromen, sie sind nun aber milder. Die Abwesenheit jeglicher Adstringenz oder Bitterkeit verwirrt mich immer noch, obwohl es eine Hauptmerkmale von Bancha ist.

Houjicha Blätter nach dem Aufguss

Die Aufgegossenen Houjicha Blätter

Der dritte Aufguss ähnelt dem zweiten und ist eher unspektakulär. Ich merke, dass dem Tee langsam der Saft ausgeht. Aber ich schmecke eine neue Nuance – ein Hauch von indischem Masala Chai. Aber nicht ganz so scharf und auch der milchige Geschmack fehlt. Obubu Tea empfiehlt, die gebrauchten Blätter über Nacht in den Kühlschrank zu geben, um Eistee damit zu machen und den letzten Rest aus den Blättern zu holen. Ich werde es das nächste Mal versuchen und auch eine der empfohlenen Houjicha Latte klingt interessant.

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