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Meine Top 10 Tees

Wieso eigentlich Top 10 und nicht Top 5? Nun, ich liebe es Tees abzuwechseln und deren fünf währen doch ein bisschen wenig. Dies sind meine persönlichen Favoriten und nur vereinzelte sind bei uns im Shop erhältlich.

1 Baihao Yinzhen

Picture of Silver Needle tea

Dieser Tee fasziniert schon beim Öffnen der Packung. Die silbrig schimmernden Blattknospen sehen einfach umwerfend aus und man sieht sofort welch ein Aufwand getrieben wurde um diesen wunderbaren Tee herzustellen. Der grasig-süsse Duft macht sich schon vor dem Aufguss bemerkbar und wird danach noch intensiver. Die gänzlich fehlende Bitterkeit vermag sogar notorische Tee Verweigerer zu begeistern. Nicht zuletzt weist Baihao Yinzhen einen sehr hohen Gehalt von Polyphenolen welchen ein positiver Einfluss auf die Gesundheit nachgesagt wird.

2 Feng Huang Dan Cong

Feng Huang Dan Cong

Diese spezielle Oolong werden seit Jahrhunderten in Familienbetrieben rund um Fenghuang hergestellt. Dan Cong Oolong fasziniert mit seinen vielschichtigen und komplexen Aromen. Dieser Oolong ist so speziell, dass extra eine eigene Aufguss Technik entwickelt wurde: Die Chao Zhou Methode.

3 Gao Shan Oolong

Gao Shan

Diese Oolong bezaubern den Teetrinker mit einem wunderbaren, blumigen Aroma. Erreicht wird dies einerseits durch die verwendete Technik: Gao Shan Oolong werden in der Regel nur leicht Oxidiert und danach gerollt. Andererseits spielt auch die verwendete Varietät eine Rolle: Meistens werden Ruan Zhi ( Bai Lu) oder Qing Xin verwendet. Da diese Oolong ausserdem nur leicht geröstet werden ist der Geschmack sehr klar. Um ihn trotz leichter Röstung haltbar zu machen wird er Vakuum verpackt.

4 Bancha

Bancha

Diese Wahl dürfte wohl viele erstaunen wenn nicht sogar schockieren. Bancha wird oft als Grüntee zweiter Wahl angesehen. Es stimmt! Bancha kann weder das Umami eines Gyokuro noch die Süsse eines Long Jing aufweisen. Was mich jedoch an Bancha fasziniert ist dieses Raue, Bittere und vielleicht auch das Unkomplizierte. Er ist wie italienischer Espresso, kräftig, bitter und mit viel Koffein. Ideal für den Start in einen neuen Tag.

5 Bi Luo Chun

Bilouchun

Dieser Grüntee ist zu Recht auf der Liste der 10 berühmten Tees Chinas. Er ist leicht im Geschmack, verfügt über angenehme Tee Süsse und ein nussiges Aroma ohne dabei banal zu wirken. Bi Lou Chun gibt es in unterschiedlichen Qualitäten. Yin Luo z.B. ist eher günstig verglichen mit einem Premium Bi Luo Chun aber hat grössere Blätter und kann nicht ganz so oft aufgegossen werden. Von da her relativiert sich der günstigere Preis etwas.

6 Pu-Erh

Puer

Ein etwas banale Aussage, ja. Den Pu-Erh gibt es in zahlreichen Variationen. Die einfachste Unterteilung ist sicher Shou und Sheng, also reifer bzw. roher Pu-Erh. Es geht aber weiter mit Form, Hersteller, Region, Jahrgang, Formel und Qualitätsgrad. Sogar die Auflage ist unter Teekennern ein Thema. All dies macht Pu-Erh zu einem interessanten Betätigungsfeld für Teefreunde. Mich aber fasziniert der besondere Geschmack dieses Tees. Anfangs noch bitter entwickelt Pu-Erh im Abgang eine fruchtige Süsse welche bei mehrmaligem Aufgiessen zunimmt während die Bitterkeit abnimmt.

7 Matcha

Grünteepulver

Ursprünglich als Medizin verabreicht hat sich Matcha inzwischen zu einem Trend Tee entwickelt. Bereits werden Trend Getränke wie Matcha Latte in Take Aways angeboten und auch ich habe mich schon an Matcha Shakes versucht. Ich behaupte mein Kumpel Andy hat nur dank meinem Matcha Doping im Poker gewonnen. Wie auch immer, für Matcha Shake und Ähnliches nehme ich nur günstigen Koch Matcha. Uji Hikari und andere ceremonial grade Matcha bleiben dem Chawan vorbehalten.

8 Gyokuro

Gyokuro

Ein nicht ganz billiges Vergnügen aber wo sonst gibt es so ein überragendes Umami gepaart mit Tee Süsse? Gyokuro ist ein Meisterwerk japanischer Teekunst und sollte auch so behandelt werden. Es ist kein Tee für jeden Tag sondern eher für stille Momente der Andacht und Meditation. Wer dies nicht tut läuft Gefahr ein grosses Stück Geld den Gully herunter zu spülen.

9 Chai Masala

Chai

Keine Tee Sorte in dem Sinne sondern ein Blend. In Indien ist Chai Masala ein Alltagsgetränk und gerade deshalb liebe ich ihn. Auf meiner Indienreise hat er den morgendlichen Kaffee ersetzt, mich gewärmt wenn es kühl war und das Brennen von indischem Curry gemildert. Ausgeschenkt in kleinen Tonbechern hat er die 45-stündige Zugfahrt von Chennai nach Varanasi überhaupt erträglich gemacht.

10 Tie Guan Yin

TGY

Diesen Oolong gibt es in verschiedenen Varianten. Die grüne Variante ist relativ neu und wird nur leicht geröstet. Grüner Tie Guan Yin und hat ein blumigen Aroma das wunderbar nach Orchideen duftet. Wegen der leichten Röstung ist er nicht so lange haltbar und sollte am besten Vakuumverpackt gekauft werden. Traditioneller Tie Guan Yin wird stark geröstet und hat ein nussiges Aroma. Vorsicht ist beim Kauf geboten! Nicht jeder Teemeister hat die Röstung im Griff und so entwickelt mancher Tie Guan Yin ein rauchiges Aroma.

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Obubu Tea – Houjicha (Dark Roast)

Meine Reise durch die Welt der japanischen Tees führte mich diesmal zu Houjicha. Für diejenigen, für die Houjicha genauso neu ist wie für mich habe ich im nächsten Abschnitt einen kurzen Überblick verfasst.

Houjicha Aufguss mit Blume

Houjicha Aufguss

Houjicha von Obubu Tea

Houjicha Blätter

Houjicha ist ein gerösteter Grüntee aus Japan. Der Röstprozess ist der Grund, warum Houjicha nicht wie ein grüner Tee aussieht und schmeckt, sondern eher wie ein Pu-Erh oder vielleicht ein schwarzer Tee. Dieser Tee wird normalerweise aus Bancha hergestellt, aber manchmal wird auch Sencha oder Kukicha verwendet. Da Koffein und Catechine durch das Rösten abgebaut werden, ist der Tee sehr mild und daher nicht als Stimulans geeignet.

Houjicha (Dark Roast) von Obubu Tea ist, wie der Name schon sagt, stark geröstet. Der Duft ist holzig und erinnert leicht an Tabak. Das bringt Erinnerungen an die Schulzeit zurück, als ich vom Hausmeister der Schule, Herrn Hafen, gebeten wurde Pfeifentabak zu kaufen. Das war damals kein Problem weil es keine Altersbeschränkung gab und überraschenderweise haben wir alle das irgendwie überlebt. Es musste übrigens immer Borkum Riff Ultra Light sein und kein anderer Tabak! Es gab dafür dann auch immer ein hübsches Trinkgeld für die korrekte Lieferung.

Aber zurück zum Tee: Ich liess den Tee etwa eine Minute lang bei etwa 90°C, vielleicht wars auch ein bisschen mehr, ziehen. Der Tabakduft war nun auch im Aufguss erkennbar. Zusätzlich gesellte sich der Geschmack von dunkler Schokolade und Kaffee zum Tabakgeschmack hinzu. Auch hier sehe ich Parallelen zu bestimmten Pu-Erh-Tees. Röst und- rauchige Aromen sind nur subtil, während erdige Töne überwiegen. Der Aufguss schimmert kastanienbraun in der Tasse – eine ungewöhnliche Farbe für einen grünen Tee.

Tee in Gaiwan

Houjicha im Gaiwan

Wie man sieht, benutzte ich einen Gaiwan, um die Houjicha aufzugiessen. Natürlich wäre eine Kyusu oder eine Dobin-Kanne besser für einen Houjicha geeignet. Aber da ich mich immer auf ein neues Aufgussgefäss einstellen muss und ich nur eine 10g-Probe vom Houjicha habe, experimentiere ich lieber nicht.

Der zweite Aufguss ist viel heller als die erste. Dies kann daran liegen, dass ich die empfohlene Ziehzeit während des ersten Aufgusses überschritten habe. Auch überwiegen beim zweiten Aufguss die holzigen, tabakartigen und schokoladigen Aromen, sie sind nun aber milder. Die Abwesenheit jeglicher Adstringenz oder Bitterkeit verwirrt mich immer noch, obwohl es eine Hauptmerkmale von Bancha ist.

Houjicha Blätter nach dem Aufguss

Die Aufgegossenen Houjicha Blätter

Der dritte Aufguss ähnelt dem zweiten und ist eher unspektakulär. Ich merke, dass dem Tee langsam der Saft ausgeht. Aber ich schmecke eine neue Nuance – ein Hauch von indischem Masala Chai. Aber nicht ganz so scharf und auch der milchige Geschmack fehlt. Obubu Tea empfiehlt, die gebrauchten Blätter über Nacht in den Kühlschrank zu geben, um Eistee damit zu machen und den letzten Rest aus den Blättern zu holen. Ich werde es das nächste Mal versuchen und auch eine der empfohlenen Houjicha Latte klingt interessant.

Summer Bancha Aoyanagi der Takeo Farm

Es ist wieder an der Zeit für einen Bancha. Dieses Mal wird ein biologisch angebauter Bancha der Takeo Farm aus Sommerplückung verköstigt. Was gleich auffällt ist, dass die Blätter des Summer Bancha Aoyanagi ein bisschen kleiner und dunkler sind verglichen mit dem Autumn Bancha der gleichen Farm. Da die Sonneneinstrahlung im Sommer grösser ist als im Herbst müsste eigentlich die Sommerpflückung heller sein. Ich gehe deshalb davon aus, dass für diese Sommerplückung die unteren Blätter, welche von den neuen Trieben beschattet werden, verwendet wurden.

Summer Bancha Aoyanagi

Summer Bancha Aoyanagi

Summer Bancha mit Dobin Kanne
Summer Bancha mit Dobin Kanne

Aufgegossen wurde dieser Bancha in einer Dobin Kanne. Eigentlich sind Dobin Kannen eher für grössere Tee Mengen vorgesehen aber mein Model ist vom Volumen her eher klein. Verwendet wurde ein Teelöffel voll des Bancha was ungefähr 5 gramm sind. Die Temperatur dürfte etwa 60 oder 70 Grad heiss gewesen sein. So genau weiss ich das nie und anfangen mit dem Thermometer herum zu hantieren werde ich sicher nicht auf meine alten Tage.

Aufguss des Summer Bancha

Aufguss des Summer Bancha

Der Aufguss hat nach knapp zwei Minuten eine klare, gelb-grüne Farbe. Anders als der Autumn Bancha verfügt dieser Bancha über eine erfrischende Herbe, Klarheit und Strenge aber auch das bekannte gemüsige Aroma. Der Abgang ist dezent süsslich jedoch in keiner Weise vergleichbar mit einem Sencha oder Gyokuro. Aufgrund dieser Zurückhaltung passt dieser Bancha gut zu einem Essen oder, wie gerade jetzt, zum Verfassen eines Blog Post.

 

 

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Autumn Bancha der Takeo Farm

Heute durfte ich einen besonderen Tee aus Japan verkosten.  Einen biologisch angebauten Bancha aus Herbstpflückung vom Familienbetrieb Takeo aus der Mie Präfektur. Takeo produziert schon seit 1993 rein biologisch und ist seit 2000 auch nach JAS (Japanese Agricultural Standard) zertifiziert.

Japanischer Tee mit Teeschalen

Autumn Bancha

Mit japanischen Tees habe ich nicht so viel Erfahrung wie mit chinesischen und insbesondere auch Oolong.  Zubereitet habe ich deshalb den Bancha, man möge mir verzeihen, im Gaiwan. Die Wassertemperatur dürfte etwa 60, vielleicht auch 70° Grad gewesen sein und ich habe einen Teelöffel des Bancha verwendet. Wassermenge habe ich gewählt wie auch sonst immer: Wasser aufgiessen bis alle Blätter bedeckt sind.

Japanischer Tee Aufguss

Bancha Aufguss

Der erste Aufguss durfte rund 1 Minute ziehen und wurde dann in meine Celadon Tassen gegossen. Der Aufguss ist klar und intensiv grün. Bei japanischen Grüntee ist dies die Regel aber wenn man eher chinesische Grüntee gewohnt ist erstaunt dies doch ein wenig. Das Aroma ist überraschend frisch mit einer milden Süsse, klar und dezent. Unweigerlich kommen da Gedanken über den Zen Stil mit den klaren und minimalistischen Formen in den Sinn.

Teeblätter nach dem Aufguss

Die aufgegossenen Blätter

Aussergewöhnlich bei diesem Tee ist auch, dass er gänzlich frei von Herbe ist. Trotz mehrmahligem Aufgiessen und auch bei längerer Ziehzeit wurde der Tee nicht bitter. Dies dürfte sicher für diejenigen enttäuschend sein die sich einen Tee mit etwas mehr „punch“ gewünscht hätten. Im Grundton herausschmecken konnte ich ebenfalls etwas gemüsiges und, für mich etwas erstaunlich, einen Hauch von Seetang. Wer mich kennt weiss, dass ich mit Meeresfrüchten und derselben, dazu gehört für mich auch Seetang, nicht viel anfangen kann. Dennoch stört mich dieser Geschmack überhaupt nicht.  Mehr noch vervollständigt er das Bild welches ich von Japan bzw. japanischen Produkten wie diesem Tee habe.

Mein Eindruck von diesem Tee ist überaus positiv insbesondere da ich so meine Vorurteile gegenüber maschinell verarbeitetem Tee hatte. Dazu kommt, dass dieser Tee eher in einer günstigen Preisregion angesiedelt ist. Insgesamt kann ich diesen Tee mehr als nur empfehlen und er macht Lust auf weitere japanische Tees.

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