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Gyokuro – Der Schattentee

GyokuroGyokuro (??) ist einer der edelsten Grüntees Japans. Wörtlich übersetzt bedeutet Gyokuro „Jade Tautropfen“ oder auch „edler Tautropfen“ und wurde 1835 von der Firma Yamamotoyama eingeführt. Yamomoto Kahei, Besitzer dieser Firma,  reiste in diesem Jahr nach Uji um die Technik des Beschattens zu erlernen. Diese wird für Tencha, das Ausgangsprodukt für Matcha, verwendet. Die in Uji erlernte Technik führte allerdings zu einem anderen Tee – Gyokuro!

Herstellung

Sae Midori

Saemidori Teevarietät

Grundsätzlich kann Gyokuro aus jeder Teevarietät hergestellt werden. Allerdings haben sich einige Sorten Aufgrund Farbe, Geschmack und Aroma besonders bewährt. Einige besonders für Gyokuro geeignete Sorten sind unter anderem: Asahi, Asagiri, Asatsuyu, Gokou, Okumidori, Yamakai und Saemidori. Letztere empfiehlt sich insbesondere auch durch eine schöne grüne Farbe. Das japanische Wort „midori“ steht übrigens für die Farbe grün. Um Gyokuro herzustellen werden die Teebüsche etwa 20 Tage vor der Ernte mit Netzen oder mit Stroh abgedeckt. Dies führt einerseits zu einer erhöhten Produktion von Chlorophyll (Blattgrün) und andererseits wird das im Teeblatt enthaltene L-Theanin vor UV-Strahlung geschützt. Die UV-Strahlung wandelt sonst das L-Theanin, welches für die Tee Süsse und das Umami verantwortlich ist, in den Bitterstoff Catechin um. Verglichen mit Kabusecha, welcher ebenfalls beschattet wird, ist Beschattungsdauer beim Gyokuro rund zwei Wochen länger und es werden etwa 70-90% statt nur 50% des Sonnenlichtes gefiltert.

Beschattungs-Techniken

Zum Einsatz kommen in der Regel zwei unterschiedliche Beschattungstechniken (genannt Kanreisha): Tana und Jikagise.

Tana Technik

Tana

Tana Technik (Quelle: http://www.pref.kyoto.jp)

Die Tana Technik erfordert die Errichtung von Gestellen für die schwarzen Netze und ist somit sehr aufwendig. Der Vorteil der Tana Technik ist, dass man sich frei bewegen kann und die Teesträucher begutachtet werden können. Ferner ermöglicht der Abstand der Netze zu den Sträucher optimale Luftzirkulation und Staunässe an den Teeblättern kann so verhindert werden.

Honzu Technik

Honzu

Honzu Technik (Quelle: http://www.pref.kyoto.jp)

Eine Variation der Tana Technik ist die Honzu Technik welche statt schwarze Kunststoffnetze traditionelle Bambus -und Strohabdeckungen vorsieht. Das organische Material der Abdeckung soll die Böden mit Mineralstoffen anreichern und sich positiv auf den Geschmack auswirken.

Jikagise Technik

Jikagise

Jikagise Technik (Quelle: http://www.pref.kyoto.jp)

Bei der Jikagise Technik werden die Netze bzw. Bambus -oder Strohmatten direkt auf die Teesträucher gespannt. Dies ist vergleichbar mit Kabuse welche für Kabusecha verwendet wird. Diese Technik ist einfach in der Anwendung hat aber den Nachteil, dass sich Staunässe bilden kann was wiederum zu Schimmel führen könnte. Des weiteren ist eine Begutachtung der Teesträucher nicht ohne Weiteres möglich. Verarbeitet wird Gyokuro nach dem Ernten gleich wie der Sencha indem er gedämpft gerollt und dann getrocknet wird. Ein kleiner Unterschied zum Sencha ist, dass der Gyokuro nicht sofort in den Handel gebracht sondern einige Wochen gelagert wird.

Zubereitung

Kyusu

Kyusu Teekanne (Quelle: Wikipedia)

Optimal für die Gyokuro Zubereitung haben sich Kyusu oder Shiboridashi Teekannen erwiesen. Natürlich kann auch ein Gaiwan oder eine Handelsübliche Teekanne verwendet werden allerdings erschweren die feinen Teeblättern das richtige abgiessen. Die Temperatur sollte bei Gyokuro zwischen 50 – 60°C liegen um maximalen Umami Geschmack zu erreichen. Bei höheren Temperaturen werden mehr Catechine gelöst und der Tee wird bitter. Um nicht mit dem Thermometer hantieren zu müssen empfehle ich diese Faustformel: Kann der Wasserbehälter gerade noch in der Hand gehalten werden ist das Wasser etwa 60°C heiss.

Gyokuro kann wie andere grüne Teesorten etwa drei Mal aufgegossen werden wobei der zweite Aufguss am besten schmeckt. Es empfiehlt sich etwa fünf Gramm der feinen Teeblätter für eine Kanne zu nehmen. Bei einer grösseren Menge kann die Ziehzeit verkürzt und dadurch mehrere Aufgüsse gemacht werden. Bei den letzten Aufgüssen empfiehlt es sich mit der Temperatur hoch zu gehen um noch den letzten Rest heraus zu holen.

Update

Gyokuro ist neu bei uns im Shop als Shincha Gyokuro erhältlich. Die verwendete Varietät ist Gokou.

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Woojeon – Die erste Ernte eines koreanischen Grüntees

Woojeon Grüntee

Woojeon Grüntee

Koreanischer Grüntee ist der breiten Masse in Europa weitgehend unbekannt. Dabei gilt unter Teekennern insbesondere Woojeon sowie Jeoncha als günstige Alternative zu japanischem Grüntee.

Diesmal wurde ein Woojeon von der Seogwang Farm in Jeju von mir verköstigt. Woojeon bedeutet so viel wie vor dem Regen und deutet damit auf einen Erntezeitpunkt vor dem Monsoon an. Als Woojeon wird nur die allererste Ernte im Jahr bezeichnen. Ein Vergleich zu Shincha drängt sich hier geradezu auf.

Der Woojeon stellte für mich eine Überraschung in mehrfachem Sinn dar. Der Tee hat genau so geschmeckt wie ich es mir Aufgrund der Produktebeschreibung vorgestellt habe: Frisch, süss und mit ganz viel Umami. Geschmacklich kann Woojeon irgendwo zwischen chinesischem und japanischem Grüntee eingeordnet werden und auch der gelb-grüne Aufguss liegt farblich zwischen chinesischem noch japanischem Grüntee. Dies ist sicher auf die verwendete Technik zurück zu führen. Der beschattete Tee wird nach dem Ernten wie japanischer Sencha mit Dampf erhitzt aber später wie chinesischer Tee geröstet.

Teegarten auf Jeju

Teegarten auf Jeju

Am ehesten würde ich Woojeon geschmacklich mit Gyokuro oder Kabusecha und optisch mit Tamaryokucha vergleichen. Er verfügt ebenfalls über eine Tee Süsse welche an hochwertige chinesische Tees wie Bi Luo Chun oder Long Jing erinnert jedoch ohne das nussige Aroma dieser.

Aufgegossen wurde der Woojeon in meinem bewährten Gaiwan bei etwa 60°C. Ich habe diesen Tee aber auch schon mit 70°C aufgegossen allerdings geht so ein Teil des Umami verloren. Die Ziehzeit wurde zwischen einer halben und einer Minute gewählt. Erfahrungsgemäss sollten feine Teeblätter nur kurz ziehen da sie schneller durchtränkt werden. Baihao Yinzhen hingegen lasse ich dafür gerne bis zu fünf Minuten ziehen, zumindest beim ersten Aufguss.

Woojeon Aufguss

Woojeon Aufguss

Insgesamt ist dieser Woojeon eine Empfehlung wert und sollte in keiner Teesammlung fehlen. Er eignet sich Aufgrund der Ähnlichkeit zu Gyokuro insbesondere auch für Fans japanischer Grüntee. Dieser Woojeon ist seit kurzem in unserem Shop erhältlich.

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Umami – Der fünfte Geschmack

L-Theanin (Bildquelle:Wikipedia)

L-Theanin   (Quelle:Wikipedia)

Oft hört man von Teefreunden die Bezeichnung Umami. Insbesondere in Verbindung mit hochwertigen japanischen und chinesischen Grüntees wird dieser Begriff oft verwendet. Obwohl Umami bereits 1907 vom japanischem Wissenschaftler Kikunae Ikeda entdeckt wurde ist es einer breiten Bevölkerungsschicht weitgehend unbekannt. Neben süss, sauer, bitter und salzig ist Umami eine weitere Geschmacksrichtung und wird deshalb auch als fünfter Geschmack bezeichnet. Umami heisst übersetzt so viel wie herzhaft oder fleischig und dient dazu eiweisshaltige Lebensmittel schmecken zu können.

Wie kommt Umami in den Tee?

Für den Umami Geschmack im Grüntee ist die Aminosäure L-Theanin verantwortlich. Diese Aminosäure wird in den Blättern der Camellia sinensis gebildet. Im Laufe des Wachstums wird aber ein Grossteil des L-Theanins durch Sonneneinstrahlung in Katechine und andere Stoffe umgewandelt. Umami ist also nur in den jungen Teeblättern zu finden oder in Blättern die vor starker Sonnenstrahlung geschützt sind. Dies ist z.B. bei Yun Wu und anderen Tees aus nebligen Anbaugebieten der Fall. Die Japaner hingegen haben eine eigene Technik entwickelt: Kabuse. Hochwertige grüne Tees wie Tencha, Gyokuro oder Kabusecha werden künstlich beschattet und erzielen somit den gleichen Effekt wie Nebel und Wolken.

Wieso schmeckt man Umami nicht bei Schwarztee?

Im Schwarztee sowie, in geringerem Ausmass, im Oolong, gelben -und weissen Tee werden die Theanine durch die Oxidation abgebaut. Da gleichzeitig Bitterstoffe wie Catechine abgebaut werden sind diese Tees nicht bitterer als grüne Tees sondern, im Gegenteil, eher bekömmlicher.

Wie kommt man zum Umami Erlebnis?

Wie bereits geschrieben enthalten junge Blätter die nur wenig Sonnenstrahlung ausgesetzt wurden einen hohen Anteil an L-Theaninen. Typischerweise sind dies grüne Tees aus erster Ernte da im Frühling die Sonneneinstrahlung sehr gering ist. Diese Tees sind auch bekannt als First Flush oder Shincha.

Auch Hochland Tees wie Lu Shan Yun Wu oder Meng Ding Gan Lu welche durch eine dicke Nebelschicht vor der Sonne geschützt sind enthalten grössere Mengen an L-Theanin.

Eine weitere Kategorie bilden sogenannte Schattentees welche sich ebenfalls durch einen hohen L-Theanin Gehalt auszeichnen. Dazu gehören insbesondere Gyokuro, Kabusecha und Tencha sowie das daraus gewonnene Matcha. Den höchsten L-Theanin Gehalt dürfte ein Schattentee aus erster Ernte wie Shincha Gyokuro haben.

Um maximalen Umami Geschmack zu erhalten sollten diese Tees mit etwa 50°C warmen Wasser aufgegossen werden. Bei höhere Temperaturen werden entsprechend mehr Bitterstoffe gelöst und mindern somit das Umami Erlebnis.

Geheimtipp

Koreanischer Woojeon Grüntee zeichnet sich durch ein besonderes Umami Aroma aus und ist zudem sehr günstig im Preis. Durch die Kombination von Dämpf -und Rösttechnik vereint dieser Tee Merkmale von japanischem und chinesischem Grüntee.

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Kyushu – Wo Japans grüner Tee wächst

Zufällig bin ich auf die Dokumentation „Kyushu – Wo Japans grüner Tee wächst“ auf Youtube gestossen. Die Reportage selber ist von Geo und wurde auf Arte ausgestrahlt. In der Reportage wird der Teebauer Kazuo Watanabe aus Kyushu vom Geo Team durch den Herstellungsprozess des japanischen Grüntees begleitet.

Die gesammt Aufzeichnung ist in HD-Qualität und auch inhaltlich gesehen eine sehr gelungene Reportage. Zwar sind auch hier Inhaltliche Mängel feststellbar (so wird von Fermentation statt Oxidation gesprochen) aber dennoch ist diese Reportage das Beste was ich zum Thema grüner Tee bzw. Tee überhaupt am Fernsehen gesehen habe.

Hier die Dokumentation: