Man kann grob zwischen zwei Aufgussmethoden unterscheiden: der Grandpastyle und Gongfu Style:

Grandpa Style: bedeutet relativ großes Gefäss (Tasse, Kanne, Schale) mit verhältnismässig wenig Tee. Man giesst den Tee nicht ab, sondern lässt den Tee stetig im heissen Wasser ziehen. Je nach Bedarf und Stärke des Tees giesst man einfach wieder etwas heisses Wasser nach um den Tee zu verdünnen. Das kann man so lange machen, bis der Aufguss nach subjektivem Empfinden keinen Geschmack mehr hat.

Gongfu Style: bedeutet relativ kleines Gefäss mit verhältnismässig viel Tee. Es werden viele Aufgüsse mit relativ kurzer Ziehzeit gemacht. Dazu gehören in der Regel auch noch ein Spendergefäss (Pitcher) und evtl. ein kleines, feines Sieb.

Bei der Gaiwan unterscheidet man 3 klassische Grössen: klein: ca 80ml; mittel: ca. 110ml; gross: ca. 140ml. Das sind die klassischen, weissen Gaiwans wie sie vor allem beim Tee testen genommen werden.
Natürlich gibt es auch noch alle möglichen anderen Gaiwans mit den Unterschiedlichsten Volumen.

Yixing oder Chaozhou Kannen: es gibt keine Standardisierten. Die meisten Kannen für Gongfu Style haben aber zwischen ca. 100ml und 150ml. Es bietet sich an das Volumen vor dem ersten Gebrauch durch abwiegen zu ermitteln um ein Gefühl zu bekommen.

Prinzipiell kann jeder Tee nach den beiden oben genannten Methoden zubereitet werden. Egal ob Grüntee, Schwarztee, Weisstee, Oolongtee, Puerhtee usw. Es kommt hauptsächlich auf die Aufgusstemperatur und die Menge des Tees im Verhältnis zum Wasser an um ein gutes Ergebnis zu erzielen.

Wassertemperatur: Grundsätzlich möglichst kochendes Wasser (ca. 100°C), da der Tee in der Regel aus reifen Blättern verarbeitet wird die eine Cuticula (wachsartige Schutzhaut) ausgebildet haben. Daher braucht es eine möglichst hohe Temperatur um die in der Verarbeitung entstandenen Aromastoffe gut lösen zu können.

Grandpa Style:
Verhältnis Tee – Wasser ca. 1:50. Eine große Gaiwan (Tasse, Schale, Kanne) mit 150ml ca. 3g.
Auf 500ml Kanne ca. 10g.
Ziehzeit: Jederzeit trinkbar. Wenn zu stark einfach wieder etwas heisses Wasser nachgiessen.

Gongfu Style:
kleine Gaiwan: 3-5g; mittlere Gaiwan: 5-8g; grosse Gaiwan: 8-10g
Yixing/Chaozhou Kanne: Verhältnis Tee – Wasser: ca. 1:20

Stark gekugelte Tees wie Taiwan Oolongs kann man im ersten Aufguss ca. 1:30 – 2min ziehen lassen. Dann für die weiteren zwei bis drei Aufgüsse die Aufgusszeit auf ca. 30s – 1min reduzieren und dann Ziehzeit wieder steigern.
Gezwirbelte Tees wie Yancha oder Dancong im ersten Aufguss 20 – 30s. Die folgenden zwei Aufgüsse können schon nach 10 – 20s abgegossen werden. Dann die Ziehzeit wieder langsam steigern. Selbst nach vielen Aufgüssen kann man den Aufguss einfach „sitzen lassen“ und nach 2 – 3min oder noch länger erst abgiessen. Meistens kommt immer noch ein aromatisch recht voller Aufguss zustande.
Fenghuang Dancong Tees neigen oft dazu leicht bitter zu werden. Es bietet sich an den Aufguss immer recht zügig zu machen.
Anxi Tieguanyin ist of nicht so stark gekugelt wie die Taiwan Oolongs. Brauchen aber etwas mehr Zeit zum „Aufwachen“ als Yanchas oder Dancongs. Die Ziehzeit ist zwischen diesen beiden Tees anzusiedeln.
Oriental Beauty bildet eine Ausnahme unter allen Oolong Tees, da eher junge und zarte Blätter gepflückt werden im Gegensatz zu ausgereiften Blättern bei allen anderen Oolong Tees. Es empfiehlt sich die Aufgusstemperatur auf 90-95°C zu reduzieren. Ziehzeit in etwa der von Yanchas da sie auch lose gezwirbelt sind.

Zu Bitterkeit und Adstringenz neigende Tees können durch Reduzierung der Temperatur etwas abgemildert werden. Wahlweise kann auch noch die Teemenge reduziert werden.

Alle Angaben sind ca. Angaben und sollen nur am Anfang als Anhaltspunkt dienen. Mit ein bisschen Experimentieren wird man recht schnell ein intuitives Gefühl für Menge, Ziehzeit und Aufgusstemperatur finden.

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