Yaeho: Unterschied zwischen den Versionen
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Yaeho (jap. やえほ) ist ein vergleichsweise seltener japanischer Teekultivar der Art Camellia sinensis, der für die Herstellung verschiedener Grünteesorten, vor allem Sencha und Tamaryokucha, Verwendung findet. Obwohl Yaeho nicht die Bekanntheit weit verbreiteter Sorten wie Yabukita erreicht, wird er in spezialisierten Teegärten aufgrund seines einzigartigen Aromas und seines attraktiven Blattbildes geschätzt. | '''Yaeho''' (jap. やえほ) ist ein vergleichsweise seltener japanischer Teekultivar der Art Camellia sinensis, der für die Herstellung verschiedener Grünteesorten, vor allem Sencha und Tamaryokucha, Verwendung findet. Obwohl Yaeho nicht die Bekanntheit weit verbreiteter Sorten wie Yabukita erreicht, wird er in spezialisierten Teegärten aufgrund seines einzigartigen Aromas und seines attraktiven Blattbildes geschätzt. | ||
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Aktuelle Version vom 12. Februar 2025, 14:36 Uhr

Yaeho (jap. やえほ) ist ein vergleichsweise seltener japanischer Teekultivar der Art Camellia sinensis, der für die Herstellung verschiedener Grünteesorten, vor allem Sencha und Tamaryokucha, Verwendung findet. Obwohl Yaeho nicht die Bekanntheit weit verbreiteter Sorten wie Yabukita erreicht, wird er in spezialisierten Teegärten aufgrund seines einzigartigen Aromas und seines attraktiven Blattbildes geschätzt.
Geschichte und Herkunft
Yaeho wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Japan durch selektive Züchtung aus verschiedenen Teepflanzenlinien hervorgebracht. Ziel war es, einen robusten Kultivar zu entwickeln, der sowohl kälteresistent als auch geschmacklich interessant ist. Nachdem die Züchtung erfolgreich abgeschlossen war, erhielt Yaeho – wie andere Kultivare auch – eine offizielle Registrierung durch das japanische Landwirtschaftsministerium.
Die genaue Herkunftslinie von Yaeho ist weniger bekannt als bei populären Sorten wie Yabukita, doch es wird vermutet, dass eine Kreuzung mit mehreren regionalen Pflanzen aus dem südlichen Japan zum Entstehen dieses Kultivars beigetragen hat.
Eigenschaften
Blattform und Farbe
Die Blätter von Yaeho sind mittelgross bis gross, in der Regel elliptisch geformt und weisen eine kräftige grüne Farbe mit leichtem Glanz auf. Nach dem Dämpfen und Rollen erscheint das Blatt tendenziell etwas dunkler als bei manchen anderen Sorten.
Wuchs und Ertrag
Yaeho gilt als normal austreibender (normal-budding) Kultivar, der zeitlich ungefähr mit vielen anderen Standardsorten austreibt. Er liefert einen recht soliden Ertrag, allerdings ohne besondere Spitzenerträge zu erreichen. Die Pflanze zeigt eine gewisse Robustheit gegenüber kühleren Temperaturen, was den Anbau in Regionen mit leicht rauerem Klima ermöglicht.
Krankheitsresistenz In Bezug auf Krankheitsresistenzen liegt Yaeho im mittleren Bereich. Zwar ist der Kultivar etwas widerstandsfähiger gegen bestimmte Pilzerkrankungen als ältere Sorten, zeigt jedoch keine aussergewöhnliche Resistenz, sodass ein gewisser Pflanzenschutzaufwand weiterhin erforderlich ist.
Geschmack und Aroma
Tees aus Yaeho-Blättern werden häufig für ihr ausgewogenes Geschmacksprofil gelobt. Sie zeichnen sich durch eine frische, leicht süßliche Grundnote aus, kombiniert mit milden Umami-Anklängen und einer sanften Adstringenz im Abgang. Besonders bei sorgfältiger Verarbeitung tritt diese Balance deutlich hervor.
Verwendung
Sencha
Der grösste Teil des aus Yaeho hergestellten Tees wird als Sencha verarbeitet. Dabei werden die Blätter nach der Ernte kurz gedämpft (steamed), gerollt und anschließend getrocknet. Das Resultat ist ein klarer, grün leuchtender Tee mit einer angenehmen Frische. Trotz seiner Seltenheit bietet Yaeho durch sein besonderes Geschmacksprofil und seine relative Kälteresistenz eine interessante Alternative zu den gängigen Standardkultivaren. In Fachkreisen wird dieser Teekultivar als Geheimtipp gehandelt, insbesondere für Teeliebhaber auf der Suche nach ungewöhnlichen Aromen.
Kamairicha
Darüber hinaus findet Yaeho auch Verwendung in der Produktion von Kamairicha. Dabei unterscheidet sich die Verarbeitung leicht von der klassischen Sencha-Herstellung, insbesondere durch das Rütteln oder leichte „Kneten“ der Blätter, was deren leicht gekräuselte Form bedingt.
Anbaugebiete und Verbreitung
Yaeho wird vor allem in einigen Regionen Südjapans (Kyūshū) und Teilen Zentraljapans angebaut. Obwohl dieser Kultivar keine weit verbreitete Massenproduktion erreicht, pflegen ihn kleinere Teegärten als Nischensorte, um sich mit einem besonderen Aromaprofil vom Mainstream abzuheben. Dieser beschränkte Anbau führt jedoch dazu, dass Yaeho-Tees ausserhalb Japans nur selten im Handel zu finden sind.
Gründe für die Seltenheit
Konkurrenz durch verbreitete Kultivare
Bekanntere Sorten wie Yabukita oder Okumidori dominieren den Markt, da sie oft höhere Erträge liefern und bei Produzenten sowie Verbrauchern bekannter sind. Klimatische und agrarische Ansprüche Yaeho benötigt bestimmte klimatische Bedingungen, damit Geschmack und Qualität optimal zur Geltung kommen. Dies schränkt die potenziellen Anbauflächen etwas ein.
Fehlende Vermarktung
Da Yaeho kein offizieller „Star-Kultivar“ ist, fehlt es häufig an gezielter Vermarktung und Promotion. Das macht ihn – trotz seiner guten Eigenschaften – zu einer eher unbekannten Spezialität.
Geschmack und Zubereitung
Bei der Zubereitung von Yaeho-Sencha oder -Tamaryokucha empfiehlt sich eine Wassertemperatur zwischen 70 °C und 80 °C sowie eine Ziehzeit von etwa einer Minute (je nach persönlicher Präferenz). Aufgrund seiner zarten Umami-Noten kann Yaeho auch bei leicht niedrigerer Temperatur aufgegossen werden, um die Süsse hervorzuheben und allzu starke Adstringenz zu vermeiden.
Literatur und Weblinks
- National Agriculture and Food Research Organization (NARO)
- Kagoshima (鹿児島県茶業会議所). Kultivarbroschüre Okuyutaka (japanisch)
- Teapedia.org – Online-Enzyklopädie rund um Tee